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Deutschland und die Schweiz: Ein Wettbewerb um Investitionen und Zukunft

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Deutschland und die Schweiz konkurrieren zunehmend um Unternehmen, Kapital und hochqualifizierte Arbeitskräfte. Während die Schweiz aus Sicht von Bernhard Schindler vor allem mit institutioneller Verlässlichkeit und schnelleren Entscheidungswegen punktet, verliert Deutschland bei Genehmigungen, Regulierung und Planungssicherheit an Boden. Für Unternehmen wird damit nicht nur die Kostenfrage entscheidend, sondern zunehmend die Frage, wo sich Investitionen langfristig verlässlich umsetzen lassen.

Standortwettbewerb entscheidet sich nicht allein bei den Steuern

Wenn über die Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz gesprochen wird, stehen häufig Steuerbelastung, Lohnkosten oder die Stärke des Schweizer Frankens im Mittelpunkt. Für Unternehmer und Investoren sind diese Faktoren relevant. Nach Einschätzung von Bernhard Schindler liegt der entscheidende Unterschied jedoch an anderer Stelle: bei der institutionellen Verlässlichkeit.

Unternehmen benötigten vor allem einen Staat, der Entscheidungen ermögliche, Fristen einhalte und einmal getroffene Regeln nicht permanent infrage stelle. Genau hier sieht Schindler einen strukturellen Vorteil der Schweiz. Verantwortlichkeiten seien häufig klarer, Entscheidungswege kürzer und Behörden stärker auf die praktische Umsetzung ausgerichtet.

„Zeit ist für Unternehmen kein abstrakter Wert. Zeit ist Kapital“, sagt Schindler. Jeder Monat, in dem eine Investition nicht umgesetzt werden könne, verursache potenziell zusätzliche Finanzierungskosten, entgangenen Umsatz oder verlorene Marktanteile.

Damit wird Geschwindigkeit zu einem wirtschaftlichen Faktor. Ein Unternehmen kann mit höheren Lohn- oder Grundstückskosten umgehen, wenn die Rahmenbedingungen insgesamt verlässlich sind. Schwieriger wird es, wenn hohe Kosten gleichzeitig mit langen Verfahren und unklaren Zeitplänen verbunden sind.

Die Schweiz ist dabei keineswegs frei von Bürokratie. Auch dort bestehen administrative Belastungen und Reformbedarf. Der Unterschied liegt aus Schindlers Sicht vor allem in der Haltung gegenüber unternehmerischen Vorhaben. Während in der Schweiz häufiger die Frage im Vordergrund stehe, wie ein Projekt rechtssicher ermöglicht werden könne, werde in Deutschland zunächst nach möglichen Einwänden gesucht.

Seine zugespitzte Beschreibung lautet: „In der Schweiz verwaltet der Staat den Rahmen. In Deutschland versucht der Staat zunehmend, auch noch den Unternehmer zu verwalten.“

Wenn Investitionen an Verfahren verlieren

Wie stark sich administrative Prozesse auf Investitionsentscheidungen auswirken können, zeigt sich nach Schindlers Erfahrung weniger an einzelnen spektakulären Fällen als an wiederkehrenden Mustern.

Ein Unternehmen möchte beispielsweise eine Produktionsfläche erweitern. Finanzierung und Nachfrage sind vorhanden, zusätzliche Arbeitsplätze könnten entstehen. Anschließend beginnen jedoch Abstimmungen zu Bauplanung, Brandschutz, Umweltrecht, Verkehr, Energieversorgung und kommunalen Vorgaben.

Jede Behörde bearbeitet dabei ihren eigenen Zuständigkeitsbereich. Für das Unternehmen entsteht jedoch ein Gesamtprozess, dessen Dauer schwer vorhersehbar ist.

Ähnliche Probleme sieht Schindler bei Energieprojekten, technischen Anlagen, Nutzungsänderungen, innovativen Produktionsverfahren oder dem Ausbau digitaler Infrastruktur. In solchen Fällen könne es vorkommen, dass Kapital und Markt vorhanden seien und grundsätzlich auch politischer Wille bestehe, ein Vorhaben aber trotzdem nicht innerhalb eines wirtschaftlich vertretbaren Zeitraums umgesetzt werden könne.

Für Unternehmen ist dabei nicht nur die Dauer eines Verfahrens problematisch. Noch schwerer wiegt die fehlende Berechenbarkeit.

„Ein Unternehmer kann mit einem klaren Nein umgehen. Was er nicht kalkulieren kann, ist ein Vielleicht, das zwei oder drei Jahre dauert“, sagt Schindler.

Diese Unsicherheit verändert nach seiner Einschätzung auch die zentrale Frage bei Investitionsentscheidungen. Statt zu überlegen, wie sich ein Projekt in Deutschland realisieren lässt, werde zunehmend gefragt, in welchem Land es überhaupt verlässlich umgesetzt werden könne.

Damit verschiebt sich die Standortentscheidung von einer reinen Kostenrechnung zu einer Bewertung des gesamten wirtschaftlichen Umfelds.

Die schleichende Verlagerung von Wertschöpfung

Besonders relevant ist diese Entwicklung für Investitionen, die nicht unmittelbar mit einer Verlagerung bestehender Produktionsstätten verbunden sind.

Schindler beobachtet weniger eine große, öffentlich sichtbare Abwanderungswelle als vielmehr eine schrittweise Diversifizierung. Unternehmen müssten Deutschland nicht vollständig verlassen, um Teile ihrer zukünftigen Wertschöpfung an andere Standorte zu verlagern.

Ein neues Innovationszentrum kann beispielsweise in der Schweiz entstehen. Eine internationale Gesellschaft wird dort gegründet, eine Beteiligungsstruktur aufgebaut oder eine zentrale Forschungsfunktion angesiedelt. Der deutsche Hauptsitz bleibt bestehen, während neue Investitionen zunehmend außerhalb des Landes erfolgen.

Diese Entwicklung kann in klassischen Standortstatistiken zunächst wenig auffallen. Ein Unternehmen bleibt formal in Deutschland ansässig, aber neue Patente, zusätzliche Arbeitsplätze oder künftige Geschäftsfelder entstehen an einem anderen Standort.

„Deutschland verliert deshalb nicht unbedingt die Unternehmen von gestern. Deutschland riskiert, die Unternehmensteile von morgen zu verlieren“, fasst Schindler die Entwicklung zusammen.

Nach Angaben, auf die er sich im Gespräch bezieht, wollten Anfang 2026 lediglich 23 Prozent der befragten Unternehmen ihre Investitionsbudgets in Deutschland erhöhen, während 31 Prozent Kürzungen planten. Auch die OECD verweist auf strukturelle Herausforderungen wie schwache Investitionen, nachlassende Produktivitätsdynamik und komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, wie viele Unternehmen Deutschland heute noch hat. Ebenso wichtig ist, wo Unternehmen ihre nächsten Investitionen tätigen.

Warum die Schweiz besonders für wissensintensive Unternehmen interessant ist

Die Schweiz ist dabei kein klassischer Niedrigkostenstandort. Grundstücke, Löhne und Lebenshaltungskosten sind hoch. Ein Standortwechsel allein aus Kostengründen ist deshalb in vielen Fällen wenig attraktiv.

Interessanter ist die Schweiz für Geschäftsmodelle, bei denen Wissen, Präzision, Innovation und hohe Wertschöpfung entscheidender sind als möglichst niedrige Stückkosten.

Schindler nennt unter anderem Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik, Präzisionsindustrie, spezialisierten Maschinenbau, Fintech, künstliche Intelligenz, Softwareentwicklung und Unternehmensdienstleistungen. Auch Holdingstrukturen, Forschungsfunktionen, internationale Unternehmenszentralen und Family Offices können von den Rahmenbedingungen profitieren.

Dabei gehe es nicht ausschließlich um steuerliche Vorteile. Unternehmen suchten ebenso Rechtssicherheit, qualifizierte Fachkräfte, politische Stabilität und internationale Erreichbarkeit.

Die Schweiz kann insbesondere für Unternehmen interessant sein, deren Geschäftsmodell hohe Investitionen und langfristige Planung erfordert. Dort kann institutionelle Stabilität einen Teil der höheren Kosten kompensieren.

Allerdings steht auch die Schweiz vor Herausforderungen. Der Fachkräftemangel, hohe Lebenshaltungskosten, begrenzte Flächen, der starke Franken und demografische Entwicklungen setzen den Standort unter Druck.

Der Wettbewerb zwischen beiden Ländern ist daher nicht der zwischen einem perfekten und einem problematischen Wirtschaftsstandort. Beide haben strukturelle Stärken und Schwächen. Die entscheidende Frage ist vielmehr, welcher Standort seine Schwächen schneller bearbeiten und seine Stärken besser nutzen kann.

Bürokratie wird zum Investitionsrisiko

Bürokratie war lange vor allem ein Kosten- und Effizienzthema. Unternehmen mussten zusätzliche Formulare ausfüllen, Genehmigungen beantragen und Dokumentationspflichten erfüllen. Heute sieht Schindler darin ein größeres Problem: Bürokratie werde zunehmend zu einem eigenständigen Investitionsrisiko.

Deutschland war traditionell nicht der günstigste Standort. Unternehmen waren dennoch bereit, höhere Kosten zu akzeptieren, weil sie dafür eine leistungsfähige Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte, Rechtssicherheit und eine funktionierende Verwaltung erhielten.

Wenn jedoch hohe Kosten mit langsamen Verfahren, regulatorischer Unsicherheit und infrastrukturellen Problemen zusammentreffen, gerät dieses Verhältnis aus dem Gleichgewicht.

Nach Berechnungen, auf die sich Schindler unter anderem mit Blick auf die OECD bezieht, entsprechen die Bürokratiekosten der deutschen Wirtschaft rund 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr. Auf europäischer Ebene betrachten zudem 61 Prozent der befragten Unternehmen regulatorische Rahmenbedingungen als wesentliches Hindernis für langfristige Investitionen.

Besonders betroffen sind kleinere und mittlere Unternehmen. Während internationale Konzerne umfangreiche Compliance- und Rechtsabteilungen unterhalten können, müssen Familienunternehmen regulatorische Anforderungen häufig mit deutlich begrenzteren personellen Ressourcen bewältigen.

Das Problem besteht damit nicht nur in den direkten Kosten.

„Bürokratie vernichtet nicht nur Geld. Sie entzieht der Wirtschaft ihre knappste Ressource: produktive Aufmerksamkeit“, sagt Schindler.

Wenn hochqualifizierte Mitarbeiter einen wachsenden Teil ihrer Arbeitszeit für Dokumentation, Nachweise und Meldepflichten einsetzen, stehen diese Kapazitäten nicht mehr für Produktentwicklung, Vertrieb oder Innovation zur Verfügung.

Drei Prioritäten für Deutschland

Aus Schindlers Sicht braucht Deutschland deshalb keine weitere Sammlung einzelner Förderprogramme, sondern grundlegende Veränderungen bei den staatlichen Rahmenbedingungen.

  1. Geschwindigkeit verbindlich machen

Genehmigungsverfahren sollten verbindliche Höchstfristen erhalten. Unternehmen benötigten außerdem zentrale Anlaufstellen, die Verfahren tatsächlich koordinieren, anstatt lediglich weitere Zuständigkeiten zu vermitteln.

Hinzu komme eine stärkere Digitalisierung zwischen Behörden. Informationen sollten nur einmal eingereicht und anschließend zwischen den zuständigen Stellen ausgetauscht werden.

Schindler plädiert zudem für Genehmigungsfiktionen in geeigneten Fällen. Wenn der Staat von Unternehmen die Einhaltung gesetzlicher Fristen verlange, müsse er sich auch selbst an verbindliche Fristen halten.

  1. Regulatorische Verlässlichkeit erhöhen

Unternehmen planen Investitionen über zehn, zwanzig oder sogar dreißig Jahre. Wenn sich Energiepolitik, Steuerrecht, Arbeitsrecht, Berichtspflichten oder Förderbedingungen regelmäßig verändern, steigt das Risiko langfristiger Investitionen.

Schindler fordert deshalb unter anderem Praxisprüfungen vor dem Inkrafttreten neuer Regelungen und Auslaufklauseln für Vorschriften. Neue Belastungen sollten zudem nur geschaffen werden, wenn gleichzeitig bestehende Verpflichtungen reduziert werden.

Der dahinterstehende Gedanke ist einfach: Nicht jedes politische Ziel müsse zwangsläufig mit einer neuen betrieblichen Dokumentationspflicht umgesetzt werden.

  1. Investitionen und Leistung wieder attraktiver machen

Zur Standortpolitik gehören aus seiner Sicht auch wettbewerbsfähige Energiepreise, bessere steuerliche Investitionsbedingungen, ein leistungsfähiger Kapitalmarkt, schnellere Abschreibungen und eine moderne Fachkräftezuwanderung.

Ebenso wichtig sei ein Bildungssystem, das Technologie, wirtschaftliche Zusammenhänge und Unternehmertum stärker berücksichtigt.

Deutschland müsse dabei aufpassen, erfolgreiche Unternehmen nicht ausschließlich als Finanzierungsquelle für zusätzliche staatliche Aufgaben zu betrachten. Wirtschaftliche Wertschöpfung müsse zunächst entstehen, bevor sie verteilt werden könne.

Was Unternehmer in Zürich diskutieren

Auch bei einem Unternehmer-Dinner in Zürich, auf das sich Schindler im Gespräch bezieht, standen diese Fragen im Mittelpunkt. Die Diskussion sei weniger vom klassischen Networking als von einer grundsätzlichen Standortfrage geprägt gewesen: Wo können Unternehmen in den kommenden Jahren langfristig und mit ausreichender Planungssicherheit investieren?

Besprochen wurden unter anderem die regulatorische Entwicklung in Deutschland, Energie- und Arbeitskosten, der Fachkräftemangel, die Zukunft der Industrie sowie die Rolle von künstlicher Intelligenz und Automatisierung bei der Steigerung der Produktivität.

Bemerkenswert war laut Schindler die emotionale Bindung vieler Unternehmer an Deutschland. Viele hätten dort Unternehmen aufgebaut, Arbeitsplätze geschaffen und über Jahre gesellschaftliche Verantwortung übernommen.

Diese Verbundenheit bedeute jedoch nicht automatisch, dass künftige Investitionen ebenfalls in Deutschland stattfinden müssten.

„Kapital hat keine Heimatpflicht“, sagt Schindler. Investitionen folgten vielmehr den Bedingungen, unter denen sie sich wirtschaftlich und langfristig entwickeln könnten.

Die Schweiz sei bei dem Treffen deshalb nicht als unmittelbare Alternative diskutiert worden, in die alle Unternehmen wechseln wollten. Sie habe vielmehr als Referenz gedient: Wie kann ein hoch entwickeltes demokratisches Land wirtschaftliche Freiheit, staatliche Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt miteinander verbinden?

Deutschland hat weiterhin starke Argumente

Trotz der Kritik sieht Schindler Deutschland nicht als grundsätzlich verlorenen Wirtschaftsstandort. Das Land verfügt weiterhin über eine große industrielle Basis, starke Familienunternehmen, bedeutende Forschungslandschaften, einen großen Binnenmarkt und hochqualifizierte Fachkräfte.

Auch die industrielle und technologische Kompetenz bleibt ein wichtiger Standortvorteil.

Gerade deshalb sei ein permanentes Schlechtreden Deutschlands nicht zielführend. Wirtschaftliche Stärke sei jedoch kein dauerhafter Besitzstand.

Die Gefahr bestehe weniger in einem plötzlichen Zusammenbruch als in einer schrittweisen Erosion: weniger Unternehmensgründungen, geringere Investitionen, weniger Patente, sinkende industrielle Kapazitäten und eine zunehmende Abwanderung internationaler Talente.

Besonders problematisch ist dabei die zeitliche Dimension. Wenn ein Unternehmen Forschung, Produktion oder zentrale Funktionen einmal an einem anderen Standort aufgebaut hat, kehrt diese Investition nicht automatisch zurück, sobald Deutschland seine Verfahren verbessert.

Standortpolitik muss deshalb frühzeitig wirken – bevor Investitionsentscheidungen bereits getroffen wurden.

Die kommenden fünf Jahre könnten entscheidend werden

Schindler erwartet, dass die Schweiz ihre Position als innovationsorientierter und politisch vergleichsweise stabiler Wirtschaftsstandort weiter festigen kann. Gleichzeitig wird auch sie ihre eigenen strukturellen Herausforderungen bewältigen müssen.

Deutschland verfügt dagegen weiterhin über erhebliche wirtschaftliche Substanz. Die entscheidende Frage ist, ob es gelingt, diese Substanz in neue Investitionen, Innovationen und Wertschöpfung zu übersetzen.

Der Standortwettbewerb wird dabei nicht ausschließlich über Steuern oder Arbeitskosten entschieden. Ebenso wichtig sind Geschwindigkeit, Planbarkeit und die Fähigkeit eines Staates, wirtschaftliche Vorhaben innerhalb eines kalkulierbaren Zeitrahmens zu ermöglichen.

Für Unternehmen wird daher zunehmend relevant, wie viel Unsicherheit mit einer Investition verbunden ist. Ein Standort mit höheren Kosten kann attraktiv bleiben, wenn die Rahmenbedingungen verlässlich sind. Umgekehrt kann ein grundsätzlich starker Wirtschaftsstandort an Attraktivität verlieren, wenn Entscheidungen zu lange dauern und Regeln sich zu häufig verändern.

Fazit: Standortqualität wird zur Frage der Umsetzung

Deutschland und die Schweiz stehen nicht vor einem einfachen Wettbewerb zwischen zwei Wirtschaftsmodellen. Beide Länder haben hohe Kosten, Fachkräfteengpässe und strukturelle Herausforderungen. Der Unterschied könnte jedoch zunehmend darin liegen, wie schnell und verlässlich sie auf diese Probleme reagieren.

Die Schweiz profitiert dabei von ihrer institutionellen Stabilität und ihrer vergleichsweise pragmatischen Verwaltung. Deutschland besitzt weiterhin eine starke industrielle und wissenschaftliche Basis, muss diese Vorteile jedoch wieder stärker mit einem leistungsfähigen staatlichen Rahmen verbinden.

Für Unternehmen entscheidet sich Standortqualität deshalb nicht allein in Steuerstatistiken oder Rankings. Entscheidend ist, ob eine Investition planbar umgesetzt werden kann, ob Entscheidungen innerhalb eines wirtschaftlich vertretbaren Zeitraums fallen und ob sich die regulatorischen Bedingungen über die Lebensdauer eines Projekts verlässlich einschätzen lassen.

Der Wettbewerb der kommenden Jahre könnte damit weniger um bestehende Unternehmenssitze gehen als um die nächste Generation von Investitionen. Die Schweiz wird nicht deshalb stärker, weil sie größer ist, sondern wenn sie berechenbarer bleibt. Deutschland wird seine Position behaupten können, wenn es seine vorhandenen Stärken wieder mit Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und unternehmerischem Handlungsspielraum verbindet.

Quelle: Grundlage des Beitrags sind die Antworten von Bernhard Schindler sowie ergänzende Angaben aus dem Interview.

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